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Theorie U - oder wie kommt das Neue in die Welt?

Die Theorie U ist ein Modell für die Gestaltung von Entwicklungsprozessen in Organisationen. Ihr liegt die Annahme zugrunde, dass die Zukunft sich nicht durch Fortschreiben der Vergangenheit gestalten lässt, sondern durch Wahrnehmung der in der Gegenwart im Entstehen befindlichen Zukunft. Die Idee ist, einen Zugang zu diesen ungenutzten Potentialen von Individuen und Organisationen zu finden, aus denen wirklich Neues entstehen kann.

Eine Zugangsmöglichkeit ist das Beobachten und Zuhören auf tieferen Ebenen. Der Fokus liegt auf der Beobachtung, aus welchen Quellen das Handeln entsteht. Diese Quellen oder auch inneren Verfasstheiten, prägen die Aufmerksamkeit, mit der wir der Welt begegnen.

Otto Scharmer unterscheidet 4 Ebenen des Zuhörens, die jeweils die Art unserer Aufmerksamkeit und damit unsere Wahrnehmung, unser Erkennen und Handeln prägen:

  1. 1. Downloading (hören, was dem Erwarteten entspricht)
  2. 2. Objektivierendes Zuhören (hören, was abweicht, was anders ist)
  3. 3. Empathisches Zuhören (sich mit dem Anderen verbinden)
  4. 4. Schöpferisches Zuhören (im Kontakt mit den höchsten Möglichkeiten sein)

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf die Ebenen 3 und 4 richten, können Veränderungen und Lernen entstehen. Um die tiefer liegenden Schichten des Lernens zu aktivieren, sind 3 Bewegungen/Schritte notwendig:

methodeU

1. Sensing - Orte der höchsten Möglichkeiten

Hier wird der Blick auf das eigene System vielfältig geöffnet und die eigenen Ressourcen beleuchtet. Es entsteht ein Ort des gemeinsamen Sehens, Zuhörens und Wahrnehmens, vor allem aus der Sicht der Umwelt.

2. Presencing - Orte der Stille

Der Blick wird auf die eigenen Quellen gerichtet und eine Verbindung hergestellt zwischen dem, was eine Organisation oder Person ausmacht, und dem, was sie unter den bestmöglichen Vorraussetzungen noch erreichen kann und möchte. Es entsteht ein Ort der Stille, wo ein intensiver Kontakt zu den Quellen der eigenen Kraft, Kreativität und Lebendigkeit entsteht. Samen und Keime der Zukunft kristallisieren sich heraus.

3. Realizing - Orte und Werkstätten der Zukunft

Die Samen und Keime der Zukunft werden schnell in die Wirklichkeit gebracht, um kurze und intensive Lernphasen zu ermöglichen, erst in einem geschützten Raum mit Treibhauscharakter, dann beginnt der Prozess des Auswilderns. In dieser Phase des Ausprobierens entstehen tragende Lösungen (Zukunft).